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GEISTERNETZE
Man findet sie an Wracks, an Felsen oder sie treiben im freien Wasser umher. Geisternetze sind herrenlose Fischfanggeräte, die sich losgerissen haben oder von den Besitzern abgeschnitten wurden, weil sie sich irgendwo verhakt haben. Jährlich gehen vermutlich bis zu 10.000 Netze in der Ostsee verloren und werden zur Todesfalle für Meeressäuger, Fische, Seevögel und Weichtiere – so auch in der westlichen Ostsee. Fast ein Zehntel des weltweiten Meeresmülls besteht aus Geisternetzen.

Ein weiteres Problem ist in der Haltbarkeit der Kunststoffnetze zu sehen. Die häufig aus Nylon, Polyester oder Polyäthylen bestehenden Netze verrotten nicht, sondern zerfallen in Mikroplastikteilchen sowie in Zersetzungsprodukte wie Weichmacher oder Imprägniermittel. Durch die Eigenschaft der Partikel, Giftstoffe an der Oberfläche anzulagern, haben sie erhebliche Auswirkungen auf marine Ökosysteme. Beispielsweise filtern Muscheln und Plankton die schwebenden Mikropartikel aus dem Wasser. Sie sind wiederum Nahrungsgrundlage vieler Fischarten, deren Aufenthaltsort häufig auch die Wracks sind, an denen die Netze hängen. Am Ende landen die Partikel über den Speisefisch auf unserem Teller und damit im menschlichen Körper.